Klage und Ermutigung

Klage:

Eine/r:
Höre unser Klagen,
Herr, erbarme dich! Christus erbarme dich, Herr erbame dich.

Wir klagen mit den Menschen
die sich auf die Flucht machen,
Mit den Menschen,
die auf Gleisen unterwegs sind,
die in überfüllte Zügen,
in LKWs ihr Leben aufs Spiel setzten.
Höre ihr Schreien!

Mit den Menschen
die Kinderkörper am Strand des Mittelmeers finden.
Kannst du nicht etwas tun?

Wir klagen dir unsere Ohnmacht.
Wir klagen dir auch unsere Angst:
Es sind zu viele, sagen viele,
es sind lauter Männer, sagen viele;
eine fremde Kultur sagen sie.

Wir könnten wieder arm sein, dass ist die größte Angst.
Müssen wir so viel Angst haben?

— Stille –

Eine/r: Ich harre des Herrn,
meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen;
Mehr als die Wächter auf dem Morgen
hoffe Israel auf den Herrn!
Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.

(Christof Hartge unter Verwendung von Psalm 130).

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Fröhlich umkehren – Das Reformationsjubiläum angehen – Eine Gedankenskizze

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, heißt es. Definitiv gilt das für das 500-jährige Reformationsjubiläum, das in zwei Jahren gefeiert werden wird.

Es war im Jahr 1517, dass Martin Luther 95 Thesen zur Kraft des Ablasses verfasste. Er hat sie dann wohl am 31. Oktober an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geheftet und damit zur Diskussion gestellt. Bald wurden die Thesen nachgedruckt und ganz Deutschland diskutierte darüber.

Heute diskutieren wir nicht darüber. Schade eigentlich, denn es lohnt sich. 95 Thesen möchte ich jetzt nicht diskutieren, aber doch die erste. Sie lautet: „Da unser Herr und Meister spricht: ‚Tut Buße‘ usw. (Matth. 4,17) hat er gewollt, dass das ganze Leben, der Gläubigen Buße sei.“

Wie so oft: der Anfang beginnt mit einem Rückgriff. Luther zitiert die erste Predigt Jesu von Nazareth: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“.

Das Wort Buße ist eigentlich nicht mehr gut zu gebrauchen. Einmal lässt es falsche Bilder mitschwingen (Canossagang, Striemen, Geißel, Sie wissen schon) zum anderen ist „Buße“ ein statischer Begriff. Im Urtext des Neuen Testamentes ist aber von einer Bewegung die Rede:  „Umkehr des Sinnes“ heißt es dort. Dann lautet Luthers erste These so:

„Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: „Kehrt um!“ hat er gewollt, dass das ganze Leben eine Umkehr ist.“

Umkehr, wörtlich genommen ist immer dann nötig, wenn sich das sichere Gefühl einstellt, dass es auf dem bisherigen Weg nicht mehr weiter geht.

Menschen die verstehen, dass sie sich neu orientieren müssen, wenden sich um, schauen nach rechts und links, und begeben sich dann neu auf den Weg.

Die Einsicht, auf dem falschen Weg unterwegs zu sein, ist nicht immer angenehm (Hast du es nicht besser gewusst …?). Das Ergebnis jedoch ist die Geburt eines freiheitlichen Momentes. Der Mensch richtet sich nicht mehr danach, was er immer schon für richtig hielt und auch nicht danach, was er erwartet, sondern er macht sich davon frei.

Jesus erzählt von einem solchen exemplarisch Umkehrenden: Es ist der verlorene Sohn. Der hockt im Schweinestall, wird sich seines Zustandes bewusst und beschließt umzukehren, zurück zu seinem Vater (Lukas15).

Für ihn endet die begonnene Bewegung in einem großen, fröhlichen Fest.

Und das wünsche ich mir von dem Reformationsfest, das wir in 2017 feiern werden:

Es soll ein großes fröhliches Fest werden, das sich aus einer Umkehr der Herzen speist.

Es möge nicht als eine Heldengeschichte gefeiert werden. Luther selbst hätte sich das verbeten. Es sollte auch nicht dass es triumphierend gefeiert werden, nach dem Motto: wir haben es ja schon immer gewusst. Haben wir nicht. Nachweislich nicht. Die Geschichte der evangelischen Kirche der vergangenen 500 Jahre belegt, dass Umkehr nötig war. Sie wird auch weiter nötig sein, solange es die Kirche gibt und solange wir leben.

Damit kommt etwas Weiteres in den Blick. In welche Richtung sollen wir uns denn wenden? Es steht nicht da, dass Rückwärts die Richtung wäre. Das sei allen Traditionalisten gesagt. Es steht allerdings auch nicht da, das vorwärts die Alternative sei. Fortschritt ist keine Bewegung des Glaubens. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ sagt Jesus. Das ist weder eine Rück– noch eine Vorwärtswendung sondern eine Hin-Wendung. „Evangelium“ das sind sowohl die Worte Jesu, wie auch er selbst als Person. Um es kurz zu machen: Umkehr bedeutet: Hinwendung zu Jesus Christus, der das Wort Gottes in Person ist.

Mir ist bewusst, dass „Fortschritt“  in unserer Gesellschaft positiv besetzt ist. Das Reformationsfest könnte ein Anlass werden, darüber noch einmal gründlich nachzudenken, ob nicht die Kategorien, Fortschritt und Rückschritt einfach zu schwach sind um ihnen die reiche Last des Lebens anzuhängen. Sie enthalten einen Optimismus darüber, welcher Weg denn der richtige sei, der ganz unbegründet ist.

„Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ ist eine heimliche Parole mancher Diskussion. Sie stammt übrigens von Erich Honecker, der damit auch irgendwie an der Wirklichkeit vorbei gedichtet hatte.

Statt immer an einen kontinuierlichen Zeitfaden zu denken, dem entlang wir fortschreiten, scheint die Vorstellung einer verdrehten und verknoteten Schnur, mit vielen Enden viel passender.

Jedenfalls trifft es den Charakter der persönlichen Geschichte und die gemeinschaftliche Geschichte der evangelischen Kirche viel besser. Es ist einfach ehrlicher.

Dazu sollte dann auch gehören, dass man sich eingestehen kann: wir wissen auch nicht immer wie es weiter geht. Aus lauter Angst, dass es nicht weiter gehen könnte, wagt keiner zu sagen: „Ich habe keine Ahnung.“ Es wird dann einfach etwas gemacht. Wieviel Größe liegt dagegen in der Haltung des angeblich verlorenen Sohnes, der nicht weiß, wie der Vater reagieren wird und trotzdem umkehrt. Er vertraut sich an. Und damit kommt die Bewegung der Umkehr zu ihrem Ziel: Vertrauen geben. Das wäre dann ein Fest zur Reformation, dass ihrem Anfang entspricht.

Zweites Konficamp im Kirchenkreis Eder

26. Juli, Sonntagmorgen: Um 7 Uhr in der Frühe herrschte vor dem Bahnhof Bad Wildungen große Betriebsamkeit. Zwei große Busse aus Regen im Bayrischen Wald sind von 88 aufgeregten Konfirmandinnen und Konfirmanden samt ihren Eltern umringt. Dazu kommen noch knapp 40 haupt- und ehrenamtliche Teamer. Es war der Beginn des zweiten Konfi-Camps der Gemeinden, Alt-Wildungen, Bad Wildungen und Mandern, Sachsenhausen, Wellen und den Wildunger Walddörfern.

 

Die Teilnehmer stellen sich zum Abschlussfoto auf. Foto: Silvia Brusius
Die Teilnehmer stellen sich zum Abschlussfoto auf. Foto: Silvia Brusius

In den folgenden sieben Tagen wurde dann miteinander gelebt und gelernt. Zum Lernen gehörte das vormittägliche „Holk-Projekt“. In Video-Clips wurde die Geschichte eines Engels namens Holk erzählt, der sich im Auftrag Gottes auf die Erde begibt, um die Frage zu klären: „Brauchen die Menschen Gott?“. Der Engel trifft auf Jugendliche, die neue Erfahrungen mit der Liebe machen, die sich dem Bösen ausgesetzt sehen, die in schwierigen Konflikten stehen oder einfach Trost brauchen.

 

In einem zweiten Schritt wurde erprobt, wie die biblischen Nachrichten von Gott den betroffenen Jugendlichen in ihrer jeweiligen Situation helfen können. So konnten sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden Hilfen für das eigene Glaubensleben erschließen.

 

Nachmittags standen dann die Angebote des Sportcamps zu Verfügung. Floß-Bau, Kanufahren, Bogenschießen, Klettern und Schwimmen stand auf dem Programm. Auch ein Markt der Möglichkeiten lud ein zum Basteln und Spielen. Und Abends war noch lange nicht Schluss. Zu den abendlichen Highlights zählten ein „Casinoabend“, ein Fußballturnier mit Fackelwanderung, ein Diskoabend und eine Lichterkirche. Begonnen und abgeschlossen wurde jeder Tag mit einer Andacht.

 

Das aufwändige Programm konnte nur durch einen großen Kreis von Teamern realisiert werden. Über ein Jahr waren Jugendliche in einem „Start-Up-Kurs“ von der Jugend-Arbeiterin und den Pfarrerinnen und Pfarrern vorbereitet worden. Jetzt konnten die Teamer die erworbenen Fähigkeiten einsetzen und taten das auch mit großem Engagement. Erwachsene Ehrenamtliche kümmerten sich um die Logistik und sorgten für die medizinische Betreuung.

 

Schon am Abend der Rückreise meldeten sich die Jugendlichen per Whats-App: „War cool da“ oder „Beste Zeit“ meldeten sie. Die Vorplanungen für das nächste Konfi-Camp im Sommer 2016 und den nächsten „Start-up-Kurs“ zur Ausbildung der Teamer haben bereits begonnen.

Folk-Fest am 24.07.2015

Am 24.07.2015 wird , wie in den Vorjahren, das Folk-Festival wieder in der Philipp-Nicolai-Kirche eröffnet.

Wir werden in diesem Jahr ab 20 Uhr das polnisch-deutsche Duo „KARASOL“ hören. Die Karten können sowohl an der Abendkasse wie auch im Vorverkauf bei der Kur- und Tourist-Info erworben werden.

Vor Beginn sowie während der Pause gegen 21 Uhr wird es neben Cola, Fanta und Wasser auch Wein, Bier und Sekt sowie Brezeln geben.

Wir freuen uns auf einen schönen, musikalischen Sommerabend in unserer Kirche!

„Geh aus mein Herz“

„Geh aus mein Herz“

An einem lauen Sommerabend wollen wir zusammen Gottesdienst feiern, dieses Mal an einem besonderen Ort: draußen vor unserer Kirche. Um 19 Uhr beginnen wir zusammen mit einem bekannten Lied, das uns den Gottesdienst über begleiten wird.  Im Gottesdienst wird die Geschichte des biblischen Tobias erzählt. Eines Mannes, der vertrieben wird, wieder zu Ansehen kommt, verarmt und seinen Sohn in die Fremde schicken muss. Am Ende kehrt der Segen zu ihm zurück.

 HERZLICHE EINLADUNG!!!

(Wenn es das Wetter nicht zulässt, findet der Gottesdienst in der Kirche statt.)