Siebte Station der Klangreise im Kirchenkreis Eder

IN7A9700-1Am Sonntag, den 11. Oktober wird die Klangreise durch den Kirchenkreis Eder fortgesetzt. Die sechste Station ist die Philipp-Nicolai-Kirche in Altwildungen. Hier musizieren gemeinsam der Kirchenchor Ellershausen, geleitet von Gaby Giugno und der Posaunenchor Edertal unter Leitung von Reckhard Pfeil. Die Orgel spielt Stefan Peiffer. Die Sänger, die Bläser und der Organist haben ein vielseitiges musikalisches Programm erarbeitet. Es erklingen Kompositionen verschiedener Epochen und Stile, auf die sich die Zuhörer freuen können. Die liturgische Leitung hat Pfarrer Christof Hartge. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Kollekte zur Förderung der Kirchenmusik im Kirchenkreis Eder erbeten. Der musikalische Gottesdienst beginnt am Sonntag, den 11. Oktober um 16.00 in der ev. Kirche in Altwildungen.

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Einladung zur Gemeindeversammlung

Der Kirchenvorstand Alt-Wildungen lädt die Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Alt-Wildungen herzlich zu einer Gemeindeversammlung  nach Artikel 42 der Grundordnung ein. Sie soll am 9. Oktober um 20 Uhr im Sportlerheim Alt-Wildungen beginnen.

 

Als Tagesordnung ist vorgesehen: 

  1. Andacht 
  2. Begrüßung 
  3. Bericht aus dem Gemeindeleben: Zahlen und Daten zum Umfang und Haushalt der Kirchengemeinde, zu Taufen Hochzeiten und Beerdigungen, zum Gottesdienstbesuch, zu den Aktivitäten verschiedener Gruppen und zu besonderen Ereignissen
  4. Überlegungen zur Entwicklung der Kirchengemeinde
  5. Wünsche, Fragen, Anregungen aus der Versammlung
  6. Gemütlicher Ausklang 

Im Auftrag des Kirchenvorstandes, 

der Vorsitzende, Pfarrer Christof Hartge.

Erntedankfest auf dem Schultheissenhof

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Erntedankfest auf dem Schultheißenhof – das war in diesem Jahr ein besonders schönes gelungenes Fest. Der Altar war unter kundiger Leitung von Rosie Rieder am Freitag von den Blumen frauen errichtet wurden. Ca. 150 Menschen feierten hier Erntedankfest.

 Der Singkreis leistete seinen musikalischen Beitrag mit „Danke für diesen guten Morgen“, „Leuchtet der Morgen“ und „Was ich dir wünsche“.

Viele fleißige Helfer hatten den Hof für das anschließende gemeinsame Essen vorbereitet.

WP_20151004_11_34_30_ProEin Novum in diesem Jahr war das Waffelbacken der Konfirmanden. DerWaffelteig waren eine Spende des Waffelhauses (Herzlichen Dank an Kay Floren). Schon nach  kurzer Zeit waren fünf Kilogramm verbacken, sodass noch spontan von Konfirmandeneltern neuer Teig anmgerührt wurde.

Als schließlich die Sonne herauskam, wurde endlich allen warm und viele blieben noch lange an diesem schönen Sonntag.

Kindergottesdienst

Kigo-LogoAm kommenden Samstag laden wir alle Kinder zum Kindergottesdienst

in das Alt-Wildunger Pfarrhaus (Schäfergasse 1) ein.

Ab 10 Uhr (bis ca. 11.30 Uhr) wollen wir zusammen eine Geschichte hören,

singen, basteln und spielen. Unser Thema lautet dieses Mal: „Nächstenliebe“.

Auf einen schönen Vormittag mit vielen Kindern freut sich

Euer KIGOTeam

Unser tägliches Brot gib uns heute

Dialog zweier Pfarrer zum Schulanfang.

(1) und (2) kommen nach vorne mit ihren Lehrertaschen.

(1) Liebe Schulkinder, wir haben beide unsere Lehrertaschen mitgebracht. So wie ihr eure Ranzen mitgebracht habt. Ihr habt ja außerdem eine Zuckertüte mitgebracht. Leider kriegen wir zwei keine Zuckertüte mehr.
Heute habt ihr alle Zuckertüten bekommen. Morgen bringt ihr keine mehr mit und nehmt den Schulranzen mit.

(2) Schade eigentlich.

(1) Dafür haben haben wir jeder was in den Ranzen gepackt was man täglich braucht, unbedingt. Sachen, die mindestens so wichtig sind, wie Stifte und Hefte, wenn nicht noch wichtiger.
(Kramt in seiner Tasche). Holt eine Brotdose heraus und hält sie hoch in die Luft.
Das ist so etwas. Meine Brotdose. Jeden Morgen in der Schule, um 9.20, holen wir alle gemeinsam unser Brot heraus. Dann frühstücken wir gemeinsam in der Klasse. Ohne Brot und was zu trjnken wollte ich nicht in die Schule.

(2) Ich auch nicht.
(Teilen das Brot).
Zuhause ginge es auch blöd ohne Essen und zu Trinken. Das brauche ich jeden Tag. Ich habe auch was in der Tasche Kinder und Lehrer jeden Tag brauchen.
(Kramt in seinem Schulranzen. Holt eine Jacke hervor.)
Hier habe ich auch was Wichtiges. Mindestens so wichtig wie dein Brot. Was zum Anziehen. Meine kuschelige Jacke). Die hält mich warm. Anziehsachen brauche ich. Für den Sommer, für den Herbst und schön warm im Winter. Brauche ich genauso wie das Brot, dass du jeden Tag mit in die Schule bringst.

(1) Jetzt hast du was gefunden. Aber meine Tasche ist auch noch nicht leer. Guck mal hier.
Holt einen Regenschirm hervor, spannt ihn auf und hält ihn über beide Köpfe.

(2) Hier regnet es doch nicht! Was willst du denn damit.

(1) Na ja, eigentlich wollte ich unser Haus mitbringen in dem ich wohne. Aber es hat nicht in meine Tasche gepasst.

(2) Ach?

(1) Ja und deshalb hier mein Regenschirm. Für das Haus. Ich brauch ein Dach über dem Kopf und du auch. Und Ihr auch!. Bevor ihr die Hefte aufschlagt und die Stifte anspitzt, braucht ihr ein Dach über dem Kopf sonst regnet es herein. Das Dach war mir aber zu schwer für die Tasche, deshalb habe ich den Regenschirm mitgebracht.

(2) Kramt in seiner Tasche. Holt ein Freundschaftsbändchen heraus.

(1) Jetzt hast du aber was Komisches mitgebracht. Was ist das?

(2) Meine Freunde hätten halt nicht in den Ranzen gepasst. Und deshalb habe ich das Freundschaftsbändchen mitgebracht. Als Zeichen für meine Freunde

(1) Wieso?

(2) Na, in die Tasche sollten doch Sachen, die man täglich braucht. Freunde braucht man. Du bist mein Freund, aber du passt nicht in die Tasche. Deshalb ich ein Freundschaftsbändchen mitgebracht. Hier kannst du haben, schenke ich dir.

(1) Danke!

(2) Hast du noch was?

(1) Schon, jede Menge Sachen, die ich täglich brauche: Gutes Waser gutes Land, gute Nachbarn gutes Wetter …

(2) meine Familie, Gute Nachbarn,  …

(1) Die passt aber nicht in unsere Taschen.

(2) Ich bin aber dankbar dass ich das alle habe Ist aber trotzdem gut, wenn man sich das ab und zu mal klar macht. Zum Beispiel wenn man sein Frühstücksbrot ist.

(1) Hat ja auch nicht jeder,  Zu Essen, ein Dach über dem Kopf.

(2) Nein, das hat nicht jeder, auch nicht jedes Kind. Leider.

(1) Jesus hat deshalb gesagt, das gut ist darum zu bitten für uns selbst und für andere.

(2) Und wie lautet seine Bitte?

(1) „Unser tägliches Brot gib uns heute!

(2) Und gute Freunde -. Und gute Freunde gib uns täglich

(1) Und eine kuschelige Jacke – und eine kuschelige Jacke

(2) Und ein Dach über dem Kopf bitte .

(1) Für mich und alle anderen –

(2) für mich und alle anderen. Amen.

 

Klage und Ermutigung

Klage:

Eine/r:
Höre unser Klagen,
Herr, erbarme dich! Christus erbarme dich, Herr erbame dich.

Wir klagen mit den Menschen
die sich auf die Flucht machen,
Mit den Menschen,
die auf Gleisen unterwegs sind,
die in überfüllte Zügen,
in LKWs ihr Leben aufs Spiel setzten.
Höre ihr Schreien!

Mit den Menschen
die Kinderkörper am Strand des Mittelmeers finden.
Kannst du nicht etwas tun?

Wir klagen dir unsere Ohnmacht.
Wir klagen dir auch unsere Angst:
Es sind zu viele, sagen viele,
es sind lauter Männer, sagen viele;
eine fremde Kultur sagen sie.

Wir könnten wieder arm sein, dass ist die größte Angst.
Müssen wir so viel Angst haben?

— Stille –

Eine/r: Ich harre des Herrn,
meine Seele harret, und ich hoffe auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen;
Mehr als die Wächter auf dem Morgen
hoffe Israel auf den Herrn!
Denn bei dem Herrn ist die Gnade und viel Erlösung bei ihm.

(Christof Hartge unter Verwendung von Psalm 130).

Fröhlich umkehren – Das Reformationsjubiläum angehen – Eine Gedankenskizze

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, heißt es. Definitiv gilt das für das 500-jährige Reformationsjubiläum, das in zwei Jahren gefeiert werden wird.

Es war im Jahr 1517, dass Martin Luther 95 Thesen zur Kraft des Ablasses verfasste. Er hat sie dann wohl am 31. Oktober an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geheftet und damit zur Diskussion gestellt. Bald wurden die Thesen nachgedruckt und ganz Deutschland diskutierte darüber.

Heute diskutieren wir nicht darüber. Schade eigentlich, denn es lohnt sich. 95 Thesen möchte ich jetzt nicht diskutieren, aber doch die erste. Sie lautet: „Da unser Herr und Meister spricht: ‚Tut Buße‘ usw. (Matth. 4,17) hat er gewollt, dass das ganze Leben, der Gläubigen Buße sei.“

Wie so oft: der Anfang beginnt mit einem Rückgriff. Luther zitiert die erste Predigt Jesu von Nazareth: „Tut Buße und glaubt an das Evangelium“.

Das Wort Buße ist eigentlich nicht mehr gut zu gebrauchen. Einmal lässt es falsche Bilder mitschwingen (Canossagang, Striemen, Geißel, Sie wissen schon) zum anderen ist „Buße“ ein statischer Begriff. Im Urtext des Neuen Testamentes ist aber von einer Bewegung die Rede:  „Umkehr des Sinnes“ heißt es dort. Dann lautet Luthers erste These so:

„Da unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: „Kehrt um!“ hat er gewollt, dass das ganze Leben eine Umkehr ist.“

Umkehr, wörtlich genommen ist immer dann nötig, wenn sich das sichere Gefühl einstellt, dass es auf dem bisherigen Weg nicht mehr weiter geht.

Menschen die verstehen, dass sie sich neu orientieren müssen, wenden sich um, schauen nach rechts und links, und begeben sich dann neu auf den Weg.

Die Einsicht, auf dem falschen Weg unterwegs zu sein, ist nicht immer angenehm (Hast du es nicht besser gewusst …?). Das Ergebnis jedoch ist die Geburt eines freiheitlichen Momentes. Der Mensch richtet sich nicht mehr danach, was er immer schon für richtig hielt und auch nicht danach, was er erwartet, sondern er macht sich davon frei.

Jesus erzählt von einem solchen exemplarisch Umkehrenden: Es ist der verlorene Sohn. Der hockt im Schweinestall, wird sich seines Zustandes bewusst und beschließt umzukehren, zurück zu seinem Vater (Lukas15).

Für ihn endet die begonnene Bewegung in einem großen, fröhlichen Fest.

Und das wünsche ich mir von dem Reformationsfest, das wir in 2017 feiern werden:

Es soll ein großes fröhliches Fest werden, das sich aus einer Umkehr der Herzen speist.

Es möge nicht als eine Heldengeschichte gefeiert werden. Luther selbst hätte sich das verbeten. Es sollte auch nicht dass es triumphierend gefeiert werden, nach dem Motto: wir haben es ja schon immer gewusst. Haben wir nicht. Nachweislich nicht. Die Geschichte der evangelischen Kirche der vergangenen 500 Jahre belegt, dass Umkehr nötig war. Sie wird auch weiter nötig sein, solange es die Kirche gibt und solange wir leben.

Damit kommt etwas Weiteres in den Blick. In welche Richtung sollen wir uns denn wenden? Es steht nicht da, dass Rückwärts die Richtung wäre. Das sei allen Traditionalisten gesagt. Es steht allerdings auch nicht da, das vorwärts die Alternative sei. Fortschritt ist keine Bewegung des Glaubens. „Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“ sagt Jesus. Das ist weder eine Rück– noch eine Vorwärtswendung sondern eine Hin-Wendung. „Evangelium“ das sind sowohl die Worte Jesu, wie auch er selbst als Person. Um es kurz zu machen: Umkehr bedeutet: Hinwendung zu Jesus Christus, der das Wort Gottes in Person ist.

Mir ist bewusst, dass „Fortschritt“  in unserer Gesellschaft positiv besetzt ist. Das Reformationsfest könnte ein Anlass werden, darüber noch einmal gründlich nachzudenken, ob nicht die Kategorien, Fortschritt und Rückschritt einfach zu schwach sind um ihnen die reiche Last des Lebens anzuhängen. Sie enthalten einen Optimismus darüber, welcher Weg denn der richtige sei, der ganz unbegründet ist.

„Vorwärts immer, rückwärts nimmer“ ist eine heimliche Parole mancher Diskussion. Sie stammt übrigens von Erich Honecker, der damit auch irgendwie an der Wirklichkeit vorbei gedichtet hatte.

Statt immer an einen kontinuierlichen Zeitfaden zu denken, dem entlang wir fortschreiten, scheint die Vorstellung einer verdrehten und verknoteten Schnur, mit vielen Enden viel passender.

Jedenfalls trifft es den Charakter der persönlichen Geschichte und die gemeinschaftliche Geschichte der evangelischen Kirche viel besser. Es ist einfach ehrlicher.

Dazu sollte dann auch gehören, dass man sich eingestehen kann: wir wissen auch nicht immer wie es weiter geht. Aus lauter Angst, dass es nicht weiter gehen könnte, wagt keiner zu sagen: „Ich habe keine Ahnung.“ Es wird dann einfach etwas gemacht. Wieviel Größe liegt dagegen in der Haltung des angeblich verlorenen Sohnes, der nicht weiß, wie der Vater reagieren wird und trotzdem umkehrt. Er vertraut sich an. Und damit kommt die Bewegung der Umkehr zu ihrem Ziel: Vertrauen geben. Das wäre dann ein Fest zur Reformation, dass ihrem Anfang entspricht.